Projekt: Schilddrüsenkrebs bei Kindern
25.000 Euro für die Forschung: Förderverein unterstützt Studie zu Schilddrüsenkrebs bei Kindern

Der Frankfurter Förderverein zur Bekämpfung von Tumorerkrankungen (FFBT) e.V. hat der Medizinischen Klinik 1 der Universitätsmedizin Frankfurt einen Scheck über 25.000 Euro überreicht. Die Mittel fließen in ein Projekt, das sich insbesondere mit molekulargenetischen Analysen zur Verbesserung der Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Schilddrüsenkarzinom befasst.
„Diese Spende ist ein wertvoller Beitrag für unsere Klinik und die Forschungsarbeit im Bereich der Tumorerkrankungen bei jungen Patientinnen und Patienten“, betont Prof. Dr. Stefan Zeuzem, Direktor der Medizinischen Klinik 1 an der Universitätsmedizin Frankfurt. „Mit der Förderung soll eine Studie unterstützt werden, die systematisch demografische, klinische und insbesondere molekulargenetische Daten bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen erfasst und auswertet. Unsere Forschungen sollen dabei helfen, die Diagnostik zu verbessern und gezielte Therapieoptionen zu entwickeln.“
Das geförderte Projekt untersucht, wie häufig bestimmte genetische Veränderungen – insbesondere an dem Gen DICER1 – bei Schilddrüsenkrebs im Kindesalter vorkommen und wie sie den Krankheitsverlauf sowie die Behandlung beeinflussen. Um diese Zusammenhänge besser zu verstehen, werden modernste molekulargenetische Untersuchungen eingesetzt. Zudem soll ein standardisierter Arbeitsablauf entwickelt werden, um betroffene Kinder frühzeitig zu diagnostizieren und ihnen eine maßgeschneiderte Therapie zukommen zu lassen.
Hintergrund: Schilddrüsenkrebs bei Kindern
Schilddrüsenkrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung der hormonbildenden Drüsen bei Jugendlichen. Zwischen 2012 und 2016 machten diese Tumoren etwa sechs Prozent aller malignen Krebserkrankungen bei jungen Menschen unter 18 Jahren aus. „Pädiatrische Schilddrüsenkarzinome zeigen oft ein aggressiveres Verhalten als bei Erwachsenen“, sagt Dr. Viktoria Florentine Köhler, Oberärztin im Schwerpunkt Endokrinologie, Diabetologie, Ernährungsmedizin der Medizinischen Klinik 1. „Oft wird Schilddrüsenkrebs bei jungen Patientinnen und Patienten erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. Untersuchungen zeigen, dass bestimmte genetische Veränderungen – insbesondere Mutationen im DICER1-Gen – bei betroffenen Kindern häufiger vorkommen. Hierzu wollen wir umfassende Daten sammeln.“
Zusammenarbeit für eine größere Datenbasis
Die Studie wird in enger Kooperation mit der pädiatrischen Endokrinologie der Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Frankfurt, dem Universitären Zentrum für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt sowie dem Bürgerhospital Frankfurt und der Universitätsmedizin Mainz durchgeführt. Ergänzend soll die histopathologische und molekulargenetische Aufarbeitung der Bioproben in Zusammenarbeit mit dem Dr. Senckenbergischen Institut für Pathologie und Humangenetik an der Universitätsmedizin Frankfurt erfolgen.
„Die großzügige Förderung durch den Frankfurter Förderverein zur Bekämpfung von Tumorerkrankungen e.V. ermöglicht es uns, zusammen mit unseren Partnern eine dringend benötigte Forschungsarbeit zu leisten. Wir wollen besser verstehen, welche Mutationen spezifisch bei Kindern mit Schilddrüsenkrebs auftreten und wie wir gezielte Therapieansätze entwickeln, die auf die individuellen genetischen Profile der jungen Patientinnen und Patienten zugeschnitten sind“, erläutert Prof. Dr. Jörg Bojunga, Leiter des Schwerpunkts Endokrinologie, Diabetologie, Ernährungsmedizin an der Universitätsmedizin Frankfurt. „Besonders freut es uns, dass einer der Mitbegründer des Fördervereins, Prof. Dr. Kai Uwe Chow, eine langjährige Verbindung zur Universitätsmedizin Frankfurt pflegt, die nun dazu beigeträgt, die Forschung und Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Schilddrüsenkrebs voranzubringen.“
Der Förderverein
Prof. Dr. Kai Uwe Chow hat an der Universitätsmedizin Frankfurt habilitiert. Zusammen mit einem seiner Patienten, dem Unternehmer Ingo Söhngen, der von einer Tumorerkrankung geheilt wurde, gründete er 2009 den Frankfurter Förderverein zur Bekämpfung von Tumorerkrankungen e.V. Ingo Söhngen ist heute Vorstandsvorsitzender. Der FFBT hat sich zum Ziel gesetzt, die Behandlung und Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankung zu fördern sowie Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Krebstherapie aktiv zu unterstützen.
Bildmaterial:
Ingo Söhngen und Prof. Kai Uwe Chow (l.), Gründungsmitglieder des FFBT, überreichen einen symbolischen Scheck an die Vertreter der Medizinischen Klinik 1, Prof. Dr. Stefan Zeuzem (M.), Dr. Viktoria Florentine Köhler und Prof. Dr. Jörg Bojunga.
Download unter:
https://www.unimedizin-ffm.de/pressefotos
Der Abdruck des Fotos ist kostenfrei.
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Jörg Bojunga
Medizinische Klinik 1
Leiter Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie, Ernährungsmedizin
Universitätsmedizin FrankfurtTelefon: +49 63 01 – 87 68 1E-Mail:jörg.bojunga@unimedizin-ffm.deInternet:www.unimedizin-ffm.de
Über die Universitätsmedizin Frankfurt
Die Universitätsmedizin Frankfurt, gegründet im Jahr 1914, zählt zu den führenden hochschulmedizinischen Einrichtungen Deutschlands. Sie bietet ihren Patientinnen und Patienten eine bestmögliche medizinische Versorgung in 33 Kliniken und klinischen Instituten. Der enge Bezug zur Wissenschaft – Universitätsmedizin und Fachbereich Medizin betreiben mehr als 20 Forschungsinstitute – sichert den Patientinnen und Patienten eine zeitnahe Umsetzung neuer Erkenntnisse in die diagnostische und therapeutische Praxis. Rund 1.300 stationäre und tagesklinische Betten stehen zur Verfügung. Zahlreiche Kliniken und Institute widmen sich medizinisch-wissenschaftlichen Spezialleistungen. Jährlich werden circa 46.000 stationäre und mehr als 480.000 ambulante Patientinnen und Patienten betreut. Besondere interdisziplinäre Kompetenz besitzt die Universitätsmedizin unter anderem auf den Gebieten der Neurowissenschaften, Onkologie und kardiovaskulären Medizin. Auch als Standort für Organ- und Knochenmarktransplantationen, Dialyse sowie der Herzchirurgie und Neurochirurgie nimmt sie besondere Aufgaben der überregionalen medizinischen Versorgung wahr. Das Leberzentrum ist die einzige Einrichtung für Lebertransplantation in Hessen. Ein Alleinstellungsmerkmal gemäß Versorgungsauftrag nach dem Hessischen Krankenhausgesetz besteht für die Region Frankfurt-Offenbach neben der Herzchirurgie auch für die Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie, die Dermatologie und die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Mehr als 8.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Patientinnen und Patienten.
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